Markt

    Personalberatung, Personalvermittlung, Zeitarbeit: der Unterschied.

    Drei Begriffe, die ständig vermischt werden, und drei sehr unterschiedliche Antworten auf die Frage, wie eine Position besetzt wird.

    22. Juli 20266 Min. Lesezeit

    Die Begriffe werden im Alltag synonym benutzt, gemeint sind aber drei verschiedene Geschäftsmodelle mit unterschiedlicher Logik, unterschiedlichem Preis und unterschiedlichem Ergebnis. Wer das falsche Modell beauftragt, bekommt ein sauber ausgeführtes Ergebnis, das nur leider nicht zum Problem passt.

    Zeitarbeit, korrekt Arbeitnehmerüberlassung, bedeutet: Die Person bleibt beim Verleiher angestellt und arbeitet in Ihrem Betrieb. Sinnvoll bei Auftragsspitzen, Vertretungen und kurzfristigem Kapazitätsbedarf. Das Modell ist erlaubnispflichtig nach AÜG und rechnet nach Stundensatz ab. Für eine dauerhafte Schlüsselposition ist es das falsche Werkzeug.

    Personalvermittlung arbeitet mit vorhandenen Bewerberpools und Anzeigen. Der Vermittler bringt Angebot und Nachfrage zusammen und wird bei Vertragsabschluss bezahlt. Das funktioniert gut in Berufsbildern mit vielen wechselbereiten Kandidaten. Die Vermittlung sucht überwiegend unter denen, die ohnehin suchen.

    Personalberatung im Sinne von Executive Search geht den umgekehrten Weg. Zuerst wird der relevante Markt kartiert: Welche Unternehmen haben vergleichbare Strukturen, wer verantwortet dort die entsprechende Funktion? Danach folgt die Direktansprache genau dieser Personen, auch wenn sie zufrieden sind und gar nicht suchen. Bezahlt wird die Suche, nicht das Weiterreichen eines Lebenslaufs.

    Der praktische Unterschied zeigt sich am Ergebnis: Vermittlung liefert schnell viele Profile aus dem sichtbaren Markt. Executive Search liefert wenige Profile aus dem verdeckten Markt, dafür belastbar auf die Rolle zugeschnitten. Bei einer Vakanz, die seit sechs Monaten offen ist, hat der sichtbare Markt seine Antwort bereits gegeben.

    Eine ehrliche Faustregel: Kapazitätsbedarf und Vertretung gehören in die Zeitarbeit. Rollen mit ausreichend aktivem Bewerbermarkt in die Vermittlung oder ins eigene Recruiting. Positionen mit Führungsverantwortung, Fachrarität oder Vertraulichkeitsbedarf in ein Suchmandat.

    Und ein Hinweis für den Vergleich von Angeboten: Wer Ihnen 48 Stunden nach dem Briefing zwölf Profile schickt, hat keine Recherche gemacht, sondern eine Datenbank gefiltert. Das kann passen, ist aber etwas anderes, als Sie in einem Suchmandat bezahlen.