Honorar

    Personalberatung: Honorar und Ablauf im Mittelstand.

    Wie ich Suchmandate kalkuliere: Erfolgshonorar, Retainer und ein Rechenbeispiel. Dazu der Ablauf vom Erstgespräch bis zur Besetzung.
    12. Oktober 20265 Min. Lesezeit

    Sie wollen eine Schlüsselposition besetzen und wissen, was eine Personalberatung kostet und wie die Zusammenarbeit abläuft. Beide Fragen gehören zusammen. Ein Prozentsatz sagt wenig aus, solange unklar bleibt, welche Arbeit dahintersteht und wann Sie bezahlen. Hier erkläre ich meine Konditionen und den Weg vom ersten Gespräch bis zur Besetzung.

    Welches Honorar fällt bei der Mandatsmanufaktur an?

    Ich arbeite mit zwei Honorarmodellen. Beim erfolgsbasierten exklusiven Suchmandat beträgt das Honorar 30 % des Bruttojahreszielgehalts. Es gibt keine Vorabkosten. Das Honorar wird erst fällig, wenn die von mir vorgeschlagene Person einen Arbeitsvertrag mit Ihrem Unternehmen unterzeichnet. Die Rechnung ist binnen 14 Tagen zahlbar.

    Exklusiv bedeutet: Während der Suche liegt das Mandat allein bei mir. Dieselbe Rolle wird nicht parallel von weiteren Beratungen oder im internen Recruiting bearbeitet. Diese Voraussetzung wird vor dem Start vereinbart.

    Beim Retainer-Modell beträgt das Gesamthonorar 25 % des Bruttojahreszielgehalts. Eine Anzahlung bei Mandatsstart sichert Kapazität und Priorität. Sie wird bei erfolgreicher Besetzung vollständig angerechnet. Bei Vertragsunterschrift bleibt nur der Restbetrag. Höhe und Bedingungen der Anzahlung werden schriftlich vereinbart. Dieses Modell eignet sich besonders für vertrauliche oder geschäftskritische Rollen und enge Zielmärkte.

    Rechenbeispiel: Was bedeutet das in Euro?

    Angenommen, das vertraglich vereinbarte Jahresgrundgehalt beträgt 90.000 € und die vereinbarten Bonusbestandteile betragen 10.000 €. Ohne Firmenwagen ergibt das eine Berechnungsbasis von 100.000 €.

    Das Erfolgshonorar beträgt in diesem Beispiel 30.000 €. Im Retainer-Modell liegt das Gesamthonorar bei 25.000 €. Eine bereits geleistete Anzahlung wird von diesen 25.000 € abgezogen, nicht zusätzlich berechnet. Das ist eine Beispielrechnung, kein individuelles Angebot.

    Zur Berechnungsbasis gehören das Bruttojahresgrundgehalt sowie vertraglich fixe und variable Bonusbestandteile. Ein Firmenwagen wird mit pauschal 10.000 € pro Jahr berücksichtigt. Deshalb sollten Sie Angebote nicht nur nach dem Prozentsatz vergleichen. Entscheidend sind auch die Gehaltsbasis und die schriftlich vereinbarten Konditionen.

    Schritt eins: Rolle und Rahmen klären

    Das Erstgespräch ist kostenfrei und unverbindlich. Wir sprechen per Video oder Telefon über die Ausgangslage und die Aufgabe der gesuchten Person. Ich prüfe mit Ihnen, ob Direktansprache für diese Vakanz sinnvoll ist. Nicht jede offene Stelle braucht Executive Search.

    Vor Mandatsstart klären wir das Anforderungsprofil und die Rahmenbedingungen. Dazu gehören die wichtigsten Ergebnisse der ersten zwölf Monate und ein realistisches Gehaltsband. Ebenso wichtig sind Standort, Arbeitsmodell und eine benannte Entscheidungsperson. Honorar und Leistungen werden schriftlich festgehalten. Ein erster Entwurf mit dem kostenlosen Suchmandat-Generator kann das Gespräch vorbereiten.

    Schritt zwei: Zielmarkt und Direktansprache

    Danach definiere ich den Zielmarkt: In welchen Unternehmen und Funktionen arbeiten Menschen mit vergleichbarer Verantwortung? Welche Unternehmen dürfen nicht angesprochen werden? Solche Sperrfirmen werden vor der Recherche geklärt.

    Auf dieser Grundlage folgt die diskrete Direktansprache. In den Gesprächen prüfe ich nicht nur fachliche Erfahrung, sondern auch Wechselmotivation und Erwartungen an die Rolle. Sie erhalten eine begründete Auswahl statt einer ungeprüften Sammlung von Lebensläufen. Rückmeldungen aus dem Markt können zeigen, dass wir einzelne Anforderungen nachschärfen müssen.

    Schritt drei: Auswahl und Vertragsabschluss

    Mit den ausgewählten Personen führen Sie Ihre Interviews. Vorab abgestimmte Termine und klare Entscheidungswege verhindern unnötige Wartezeiten. Wichtig ist, dass jedes Gespräch eine konkrete offene Frage klärt. Zusätzliche Runden ohne Entscheidungsgewinn verlängern die Suche.

    Wenn beide Seiten überzeugt sind, werden Vergütung und Eintrittstermin verbindlich abgestimmt. Die Vertragsunterschrift löst das vereinbarte Erfolgshonorar beziehungsweise den Restbetrag aus. Sie ist aber nicht gleichbedeutend mit dem ersten Arbeitstag. Bis zum Eintritt sollten Kontakt und Vorbereitung nicht abbrechen.

    Wie lange dauert ein Suchmandat?

    Eine feste Dauer lässt sich ohne Kenntnis der Rolle nicht seriös zusagen. Der Zielmarkt und die Verfügbarkeit geeigneter Personen beeinflussen die Suche. Ihre Interviewtermine und Entscheidungswege bestimmen mit, wie schnell daraus eine Zusage wird.

    Planen Sie vom gewünschten Eintrittstermin rückwärts. Wenn die ausgewählte Person eine Kündigungsfrist von drei Monaten hat, beginnt sie nicht direkt nach der Unterschrift. Suche, Auswahl und Kündigungsfrist sind unterschiedliche Abschnitte. Diese Trennung gehört bereits ins Briefing.

    Was passiert, wenn die Besetzung nicht hält?

    Meine Nachbesetzungsregelung gilt einmalig pro Mandat für eine vergleichbare Rolle mit identischem Anforderungsprofil. Sie greift auch bei einem Abbruch zwischen Vertragsunterschrift und Arbeitsbeginn sowie bei einer Beendigung innerhalb der vertraglichen Probezeit. Entscheidend sind die schriftlich vereinbarten Bedingungen.

    Die neue Suche umfasst Direktansprache, Interviews und Shortlist ohne erneutes Honorar. Nachweisbare Drittkosten, etwa Reisen oder externe Assessments, können im neuen Prozess anfallen. Eine pauschale Garantie über die Probezeit hinaus verspreche ich nicht.

    Was Sie vor der Beauftragung prüfen sollten

    Lassen Sie sich Berechnungsbasis und Fälligkeit erklären. Klären Sie anschließend Exklusivität, Leistungsumfang und den Umgang mit Auslagen. Fragen Sie auch, was bei einem Suchabbruch oder einer Änderung des Profils gilt. Eine Nachbesetzungsregelung sollte schriftlich vorliegen und ihre Grenzen benennen.

    Mein Rat: Vergleichen Sie nicht nur Honorarsätze, sondern auch die Arbeit und die Verbindlichkeit dahinter. Wenn Rolle, Budget und Entscheidungswege geklärt sind, lässt sich ein Suchmandat vernünftig bewerten. Schildern Sie mir Ihre Vakanz, dann besprechen wir, welches Vorgehen zu Ihrer Situation passt.